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Hautkrankheiten

Die Photodynamische Therapie - eine revolutionäre Therapie gegen Hautkrebs

"Ein Platz an der Sonne" ist nicht nur ein Slogan aus der ARD-Fernsehlotterie, sondern seit den 60-er Jahren ein starkes Bedürfnis sonnenhungriger Deutscher. Das Statussymbol Bräune ist nach wie vor aktuell und hat nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Jahrelange Sonnenbelastung führt unweigerlich zur Schädigung der Haut, wobei zu der Natursonne noch die Belastung durch Solarien kommt. Es wundert deshalb nicht, dass nicht nur der schwarze, sondern auch der helle Hautkrebs oder dessen unmittelbare Vorstufen dramatisch zunehmen. Bereits ab dem 3. Lebensjahrzehnt kann sich, insbesondere bei hellem Hauttyp, das ausschließlich lichtbedingte Basalzellkarzinom entwickeln. Etwa ein bis zwei Dekaden später entsteht das lichtbedingte Spinalzellkarzinom, das nicht nur wie das Basalzellkarzinom in benachbarte Hautstrukturen einwächst, sondern auch metastasieren kann. Die dem Spinalzellkarzinom oft warnend vorausgehende Lichtkruste (aktinische Keratose) wird häufig ignoriert und bleibt unbehandelt.

 

 

Für die Therapie dieser hellen Hautkrebsarten stehen verschiedene klassische Verfahren zur Verfügung. Bei den Lichtkrusten reicht oft schon ein Gel, um die Rückbildung einzuleiten. Das Basalzellkarzinom wird wie das Spinalzellkarzinom operativ entfernt. Je nach Größe, Lokalisation und Ausmaß des dermatochirurgischen Eingriffs entsteht eine mehr oder weniger auffallende sichtbare Narbenbildung. Doch nicht für alle Patienten ist das operative Verfahren die bestmögliche Therapie. Für Senioren kann eine Operation sehr belastend sein, ästhetisch bewusste Menschen möchten ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis.

 

Durch eine neuartige, revolutionäre Therapie gelingt es ganz gezielt, nur das tumorkranke Gewebe bei flach einwachsenden Hautkrebsarten zu zerstören. Bei dieser photodynamischen Therapie (PDT) macht man sich den Kunstgriff zu Nutze, dass nur die tumorkranken Zellen verstärkt 5-Aminolävulinsäure in Protoporphyrin umwandeln. Dies geschieht durch das Auftragen einer 5-Aminolävulinsäure enthaltenden Creme, die unter einer dünnen Plastikfolie appliziert über ca. 4 Stunden in die krebskranken Hautzellen eindringen kann. Unter einer 20-minütigen Spezial-Lichtbestrahlung wird über die Bildung von Sauerstoffradikalen der Zelltod der protoporphyrinhaltigen Krebszellen ausgelöst. Das gesunde Gewebe wird geschont. So entsteht nach einigen Tagen ein narbenfreies exzellentes kosmetisches Ergebnis.

In der Regel ist eine Therapiesitzung ausreichend. In besonders hartnäckigen Fällen kann durch eine zweite PDT der verbliebene Tumoranteil kenntlich gemacht und erneut therapiert werden.

 

Interessanterweise kann man die tumorkranken Hautareale sichtbar machen, in dem man sie durch Schwarzlicht zum fluoreszieren bringt. Wie Sie auf der Abbildung sehen können, leuchten die protoporphyrinhaltigen Areale ziegelrot, während die gesunde Haut nicht fluoresziert. Durch diese Anreicherung ist es auch möglich, tumorkranke Zellen zu entdecken, die sich gerade entwickeln und somit nicht mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden können. Dieser Effekt ist besonders wichtig bei der Behandlung des Basalzellkarzinoms, das oft zapfenartig in anscheinend gesund aussehende Haut einwachsen kann. Hierbei besteht dann die Gefahr, dass der Tumor operativ nicht vollständig entfernt wird, da er sich unterhalb der oberen Hautschicht ausbreitet und mit dem Auge nicht entdeckt werden kann.

 

Die Nebenwirkungen der PDT, die meist durch mehr oder weniger starkes Brennen unter der Lichtbestrahlung mit über einige Tage anhaltenden Rötungen verbunden sind, werden von den Patienten gerne in Kauf genommen, wenn hierdurch ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis erzielt werden kann.

 

 

Weitere Beiträge von Dr. Erik Senger, Hautarzt in Rödermark, finden Sie unter "Wenn's um die Haut geht"


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