Haut aktuell

Die Haut im Winter: Warum Pflege vor Krankheit schützt

Warum Pflege vor Krankheit schützt





Je kälter und unangenehmer der Winter wird, umso mehr wird die Haut in Mitleidenschaft gezogen. Bei einer Außentemperatur von 8 Grad C stoppt die hauteigene Talgproduktion. Durch vermindertes Schwitzen wird weniger Wasser an der Oberhaut abgeliefert. Wind, Nässe und Kälte belasten so den bereits geschwächten Schutzfilm, den Hydrolipidfilm der Haut. Alle Hautstellen, die nicht durch Kleidung geschützt werden können, insbesondere das Gesicht, die Lippen, die Hände aber auch die talgdrüsenarmen Arme und Beine, sind besonders gefährdet. Nicht nur bei einer Veranlagung zu trockener und fettarmer Haut, sondern auch bei Kindern, Senioren, Diabetikern und an chronischer Niereninsuffizienz Leidenden besteht jetzt erhöhter Pflegebedarf. Bei Menschen, die unter Neurodermitis, Ichthyosis (Fischschuppenkrankheit) oder Schuppenflechte leiden, verstärkt sich in der Regel das Krankheitsgeschehen.

 

 

Die Hautpflege im Winter dient deshalb nicht nur einem ästhetischen Bedürfnis, sondern ist bei vielen Menschen eine Notwendigkeit, um mögliche Hautkrankheiten zu verhindern oder im Zaum zu halten.

 

Wie sollte die ideale Winterpflege für die Haut aussehen, und welche Pflegemittel sind aus dermatologischer Sicht vorzuziehen?

 

Der Markt an frei verkäuflichen Cremes oder Salben ist kaum überschaubar. Die meisten Menschen decken ihren Pflegebedarf im Supermarkt und bedienen sich großer Marken- oder Discounterqualitäten. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Inhaltsstoffe werden aus allergologischer Sicht erst dann wichtig, wenn irgendetwas nicht vertragen wird.

 

Der Übergang von einem Hautproblem zu einer Krankheit im Bereich der Hände ist oft fließend. Kommt es zu ersten Krankheitszeichen, die sich in Form von Juckreiz, Rissen, Rötungen und Schuppung zeigen können, ist der nächste Ansprechpartner oft der Apotheker. Auch ihm steht eine große Auswahl an Pflegeprodukten zur Verfügung. Er kennt deren Inhaltsstoffe und Akzeptanz bei seinen Kunden. Allerdings kann er die Symptome an der Haut nur bedingt deuten und wird eine hautärztliche Abklärung anraten, sofern sich die Hautveränderungen nicht bessern sollten.

 

Der Hautarzt erkennt die Symptome an der Haut und erhält über das Patientengespräch wichtige Informationen. Bei beruflicher Auslösung von Austrocknungsekzemen wird er das so genannte Hautarztverfahren einleiten. Hierdurch kann eine bestmögliche und arbeitsplatzerhaltende Versorgung angestrebt werden.

 

Sind die Beschwerden abgeheilt, wird dem Patienten eine individuelle, vorbeugende Hautpflege empfohlen. Wie bei einem Koch-Rezept kommt es auf die richtige Mischung an: man nehme eine wasser- und/oder fetthaltige Cremegrundlage, füge als Feuchthaltemittel synthetisch hergestellten Harnstoff in Konzentrationen bis zu 10 Prozent hinzu, ergänzt dies eventuell mit Glycerin und schon ist die Creme perfekt.

 

Für den Bereich der empfindlichen Augenlider oder für die Lippen sind vaselinehaltige Präparate empfehlenswert. Werden größere Mengen benötigt, sind Rezepturen oft preisgünstiger als Fertigpräparate. Allerdings kann die Fertigungsqualität der Rezepturen von Apotheke zu Apotheke schwanken. Hingegen liegen die Vorteile von Fertigprodukten in der längeren Haltbarkeit sowie in der gleich bleibenden Qualität. Das Ziel der Pflege im Winter ist es, die Haut geschmeidig zu halten und den natürlichen Hydrolipidfilm zu stärken. Nicht nur nach dem Duschen und Baden, sondern grundsätzlich auch bei der Morgen- und Abendtoilette bedarf deshalb Ihre Haut besonderer Aufmerksamkeit und Pflege. Den Händen und Lippen ist je nach Trockenheitszustand alle zwei Stunden ein Fett- bzw. Feuchtigkeitscreme-Cocktail zu verabreichen. Durch die richtige und intensive Pflege können Austrocknungserkrankungen der Haut im Winter wirksam verhindert werden.

 

 

Weitere Beiträge von Dr. Erik Senger, Hautarzt in Rödermark, finden Sie unter "Wenn's um die Haut geht"


 

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